Esoterik im Spa – wo liegen die Grenzen? Monika Bröhl-Croci im Interview

In der Session von Monika Bröhl-Croci wurde beim SpaCamp 2019 rege über esoterische Behandlungen im Spa diskutiert. So waren sich alle einig, dass der Begriff „Esoterik“ im Titel eine Behandlung sparsam verwendet werden sollte und Frauen eher an energetischen Behandlungen interessiert sind als Männer. Doch wo genau liegt die Grenzen zwischen Esoterik, Energetik und Wissenschaft und wie kommuniziert man diese angemessen? Wir haben bei Monika Bröhl-Croci nachgefragt.

Wo liegen die Grenzen von Esoterik im Spa? Foto: Adobe Stock/Birgit Münch.

Wo liegen die Grenzen von Esoterik im Spa? Foto: Adobe Stock/Birgit Münch.

Wo ziehst du persönlich die Grenze zwischen Esoterik, Energetik und Wissenschaft?

Für mich ist es spannend, wie heute mit den immer genaueren technischen Möglichkeiten „esoterische“ Themen auf einmal bewiesen werden und dann von der Wissenschaft vereinnahmt werden. Ein Beispiel dafür ist das „Aura sehen “. Die schwache Lichtabstrahlung (Photonen) der lebenden Zellen wurde von Prof. Dr. Popp in den 70er Jahren mit Hilfe eines Restlichtverstärkers nachgewiesen und verschiedene Bio-Physik Nobelpreise wurden bereits für die Erforschung der Wirkung von Photonen vergeben. Ich persönlich glaube, dass in der Zukunft immer mehr „esoterische Phänomene“ durch die moderne Wissenschaft erklärt werden können.

Es gibt vieles zwischen Himmel und Erden, dass noch erforscht werden muss, um es dem Verstand zu erklären. Meine Grenze sind allerdings, wenn Heilungsversprechen bei Krankheiten wie Krebs gegeben werden.

Wie können deiner Meinung nach Kund*innen gewonnen werden, die der Esoterik kritisch gegenüberstehen? Gibt es hier No Gos in der Kommunikation?

Eine Massage kann durchaus einen energetischen Hintergrund haben, aber ob diese gebucht wird hängt von der Beschreibung im Spa-Menü ab. Wie wir gemeinsam in der Session festgestellt haben, ist es für den Gast interessanter welchen Nutzen er/sie von dem Treatment hat und was er/sie dabei erlebt. Dabei ist es natürlich wichtig in der Sprache der Zielgruppe zu kommunizieren.

Wenn ich ein Beispiel nennen darf? Wir legen während der Massage ein Photonen-Augenkissen auf, damit die Kund*in eine tiefere Entspannung erleben darf. Das Kissen passt sich perfekt an das Gesicht an und schenkt entspannende Dunkelheit. Die Kund*innen können dabei zwischen erfrischender Kühle und angenehmer Wärme wählen. So erschließt sich eine neue energetische Dimension.

No Gos waren für alle Session-Teilnehmer*innen Behandlungen ohne klaren Nutzen oder esoterische Begriffe, die für die meisten Gäste nicht greifbar sind. Wichtig ist für mich nicht der Name einer Behandlung, sondern die Wirkung und der Erholungswert für den Gast.

Session mit Monika Bröhl-Croci beim SpaCamp2019. Foto: DH STUDIO Köln, Dirk Holst

Session mit Monika Bröhl-Croci beim SpaCamp2019. Foto: DH STUDIO Köln, Dirk Holst

Welche Maßnahmen könnten ergriffen werden, damit zukünftig auch mehr Männer an Esoterik und Energetik interessiert sind?

Wenn wir die männlichen Gäste mit der richtigen Story ansprechen, wird uns das einfacher gelingen. Vielleicht „Relaxen mit feinstofflichen Energien“ oder „Laden Sie doch mal Ihren Akku auf“?

Viele der energetischen Behandlungen lassen sich leicht mit technischen Begriffen erklären, die uns allen vertraut sind. Durch die Bilder, die wir dann im Kopf haben ist der Nutzen schnell und einfach erklärt. Gut funktionieren nach meiner persönlichen Erfahrung Vergleiche aus der Computertechnik und dem Automobil-Bereich.

Es wäre doch spannend, das Spa-Menü mal in „weiblicher“ und „männlicher Sprache“ anzubieten. Vielleicht würden die Männer dann Treatments buchen, die ihnen vorher einfach zu feminin beschrieben waren. Vielleicht hat schon jemand Erfahrung damit und lässt uns daran teilhaben?

Welche esoterischen Behandlungsarten erhalten deiner Erfahrung nach großen Zuspruch und sollten auch in einem Spa-Hotel angeboten werden?

Da fällt mir zuerst einmal die KinesioSkin-Hautanalyse ein. Mit dieser interaktiven kinesiologischen Hautanalyse können wir im Spa bei hautempfindlichen Menschen die verträglichen Produkte und Massageöle austesten. Das schafft Sicherheit und Vertrauen. Außerdem ist es eine sehr erfolgreiche Methode für den Produktverkauf.

Als Körpertreatment bietet sich von Shiatsu über Thai Massage vieles an. Ein sehr individuelles Treatment aus der TCM ist die Fünf-Elemente-Massage, in der unser Gast durch spontane Auswahl eines Elementebildes seine Massagetechnik und das passende Öl auswählt. So wird ein Gast mit einem Bedürfnis nach Wärme und mehr Energie eher die Elementekarte mit dem Kaminfeuer auswählen. Er/Sie erhält dann eine aktivierende und durchblutende Zupfmassage und zusätzlich den Champagner-Prickeleffekt durch den Photonen Cristall. Diesen kann man auch als Pflegeritual für zu Hause verkaufen.

Ich freue mich auch außerhalb des SpaCamps auf den Austausch mit euch!

„Alles ist Schwingung“

Max Blanck

Vielen Dank, Monika Bröhl-Croci, für das Interview und den interessanten Einblick in die Welt der esoterischen Behandlungen.


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